Anstey Harris: Find mich da wo Liebe ist

Grace ist eine komplett traumatisierte junge Frau, die sich selbst nur im Weg steht. Und die nicht in der Lage ist, anständige Bindungen einzugehen. Weder mit einem Mann (ihr Lover ist nicht nur verheiratet, er kommt sogar aus einem anderen Land), auch Freunde hat sie eigentlich nicht und wenn sich jemand ihr seelisch nähert, macht sie dicht.
Sie lebt zurückgezogen in einem kleinen Dorf, repariert dort mit Leidenschaft Musikinstrumente und drückt sich gelungen darum, sich sich selbst und den Geistern ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch durch die Verkettung ungünstiger Umstände kommt die Affäre von Graces Liebhaber heraus und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Grace muss sich nicht nur einem absoluten Neuanfang stellen, sondern auch den Geistern ihrer Vergangenheit. Doch zum Glück hat sie Menschen um sich herum, die ihr helfen, ihren Weg zu finden.

Wenn man ein Buch sucht, bei dem man nicht mitdenken muss, das einfach vor sich hinplätschert und das man zu jeder Zeit weglegen kann, dann ist dieses Buch genau das Richtige. Denn viel Tiefgang hat es nicht, obwohl es an Dramatik und Situationen, die teilweise schon sehr überzogen sind, nicht mangelt. Das Cover ist toll, die Grundmessage auch, aber die Umsetzung hätte etwas mehr Tempo durchaus vertragen können.

Val Emmich: Die Unvergesslichen

Menschen wie die zehnjährige Joan gibt es nur ganz selten auf der Welt: Das junge Mädchen hat das perfekte Gedächtnis. Sie erinnert sich an jedes noch so kleine Detail. Was zunächst klingt wie ein Segen, ist bisweilen ein ziemlicher Fluch. Denn normale Menschen können das nicht und das frustriert Joan.

Bis sich ein Freund ihrer Eltern komplett auf ihre Erinnerungen einlässt. Gavin, ein bekannter Songwriter, hat gerade erst seinen Partner Sydney verloren und damit seinen ganzen Lebensmut. Und die Musik. Joan hilft ihm, seine Erinnerungen zu sortieren und zu ergänzen und bitte ihn dafür nur um eines: den perfekten Song zu schreiben. Einen, der auch für all die, die nicht über so ein Gedächtnis wie sie verfügen, unvergesslich bleibt.

Es ist nicht ganz einfach, in dieses Buch zu kommen. Wirklich Sympathie für seine Darsteller zu empfinden. Für Joan, die ihrer Umwelt und damit auch dem Leser bisweilen mit ihren Macken ziemlich auf den Geist geht, für die Eltern, die scheinbar so gefühllos mit Joan umgehen, für den trauernden Gavin, der sich komplett hängenlässt und Sydney, der, wie es scheint, alles andere als treu war … doch dann wendet sich das Blatt und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.