Natur – Entdecken * Verstehen * Mitmachen

Der Titel verrät es eigentlich schon: Dieses Buch hat tausend Seiten. Zwar nicht im wahrsten Sinne des Wortes, da sind es „nur“ 64, aber die haben es in sich. Das Buch, das einen erstaunlich festen Einband hat und auch mal was aushält, lädt ein zum Experimentieren, zum Entspannen und vor allem zum Stöbern. Wissenswertes ist immer wieder eingestreut, gerade in der Menge, dass auch Lesemuffel hängen bleiben können. Die Sätze sind nicht schwer und sprechen selbst Legastheniker an. Die Zeichnungen sind naturgetreu und trotzdem phantasievoll und die Machart – wenn auch zunächst etwas verwirrend vom Aufbau her – ist extrem kindgerecht. Wobei sicher der ein oder andere Erwachsene ebenfalls daran hängenbleiben dürfte.

Verrückte Erde

Auf der Erde gibt es so viele Orte und Besonderheiten, die einen staunen lassen: Vulkane, Wetterwechsel, riesige Eisberge, kleinste Lebewesen, Edelsteine und Versteinerungen, die Liste ist lang. Dieses Buch nimmt seine kleinen Leser mit auf eine Reise quer durch die Kontinente, erklärt Phänomene wie Erdbeben und Tsunamis, Klima und den Kreislauf der Gesteine. Gezielt eingestreut findet man kleine Versuchsaufbauten, spannende und allein schon dadurch anschauliche Klappkarten und Grundwissen.
Geschrieben bzw. entworfen hat dieses Buch Dr. Volcano – der Engländer Dougal Jerram, der es sich in seiner Funktion als Geologe zur Aufgabe gemacht hat, Wissenschaft verständlich zu vermitteln.

Die kleine Gartenschule

Auch, wenn die Hauptpflanzzeit gerade vorbei ist und bei den meisten schon die Ernte angefangen hat, so gibt es doch im Garten eine ganze Menge zu tun. Gewiefte Gärtner setzen jetzt mit ganz einfachen Tricks Humus an, planen bereits die Beete fürs nächste Jahr und überlegen dabei, wie sie anzulegen sind, damit die Ernte von Frühjahr bis Herbst dauert. Nachdem nicht jedem der Grüne Daumen in die Wiege gelegt worden ist, ist so mancher froh über ein Handbuch, das einfach, unmissverständlich und möglichst gut bebildert zeigt, wie es geht. „Genussgärtnern für Einsteiger“ nennt der Verlag das Büchlein und trifft es damit ziemlich genau. Es liefert einen kompletten ersten Überblick über Obst- und Gemüseanbau für Einsteiger – von der Bodenvorbereitung bis hin zum richtigen Stützen der Pflanzen, von der Ertragssteigerung bis hin zur Lagerung.
Auf den ersten Blick meint man, es mit einem Buch für größere Kinder zu tun zu haben, gerade auch, weil die Werkzeuge alle einzeln abgebildet sind und durchaus eignet sich das Buch auch wunderbar für die kleinen Gärtner ab etwa zehn Jahren. Besonders schön: die einfach verständliche Erklärung der Photosynthese und des gesamten Pflanzenlebenszyklus.

Buden bauen – 50 Ideen für Wiese, Wald und Strand

In vielen Bundesländern sind noch Sommerferien und nicht alle haben das Glück, in Urlaub fahren zu können. Aber das macht nichts, wenn man gute Ideen hat, wie man die freie Zeit unter freiem Himmel optimal nutzen kann.
Kinder lieben es, sich zu verstecken, sie mögen ihren eigenen kleinen Raum und sie erschaffen gerne und vor allem ausgesprochen kreativ. Da könnte sich so mancher Agentur-Art-Director mal eine Scheibe abschneiden. Und wem doch die Ideen ausgehen, der findet extrem phantasievolle Vorschläge in diesem Buch. Klar, ein echtes Baumhaus ist cool. Aber das geht in der Regel nicht ohne elterliche, meist väterliche Hilfe. Ganz anders ist es da zum Beispiel mit einem Wäscheleinenzelt, einer Strohballenhütte, einem Laubunterschlupf oder einer Gartentischbude. Selbst für den Winter gibt es spezielle Vorschläge.
Von der Recyclingbude bis hin zum Zeltlager im Wohnzimmer – die Ideen aus diesem Buch sind fast alle ohne große Hilfe umsetzbar und regen dazu an, auch mal ungewöhnliche Wege zu gehen und es einfach mal auszuprobieren. Niedlich auch die zusätzlichen Anregungen wie Minihütten für Spielzeug und Bastelideen mit ungewöhnlichen Materialien, die überall mit eingestreut sind.

Ulrike Gerold: Willi will’s wissen – Wie kommen die Babys auf die Welt?

“Mama, kann man einen Mutterkuchen in der Bäckerei kaufen?“ Ähhh. Jetzt wird’s schwierig. Und da ist es auch nicht mehr mit einem Bilderbuch à la „Was macht das Baby in Mamas Bauch?“ getan – denn dass die Babys auf belegten Broten herumschwimmen klingt mit fünf nicht mehr wirklich glaubwürdig. Jetzt müssen die Einzelheiten besprochen werden und der Storch hat endgültig ausgesorgt.

Klar, zunächst mal versuche ich zu erklären. Möglichst nicht mit zu viel Worten, denn das führt erfahrungsgemäß selten zum Erfolg und trotzdem mit so viel Inhalt, dass mein Mädchen die Sache auch versteht. Aber Gott sei Dank gibt es ja fast für alles die passende Literatur. Und wie bei einigen anderen heiklen Themen auch, greif ich auf Willi zurück. Denn der will es mal wieder zum passenden Zeitpunkt wissen. „Wie kommen Babys auf die Welt“ beschäftigt sich in bewährter Weise super-ausführlich und interessant mit dem Thema Kinderkriegen. Und da kann auch ich als Doppelmama gleich noch was lernen. Dass es in China Bauchbemal-Wettbewerbe unter den zukünftigen Vätern gibt, dass man auch mit einem Trichter die Herztöne eines Babys hören kann oder dass und wie Delphine es schaffen, wochenlang nach der Geburt nicht zu schlafen und dabei – und das ist das Wichtige – trotzdem ausgeruht zu sein, hab ich nicht gewusst.

Und manches andere hätte ich nicht so gut erklären können. Viele Bilder inklusive Ultraschallaufnahmen, kleine Extra-Texte und ne Menge gut verpackte Informationen helfen mir ziemlich über den Nachmittag. Irgendwann hatte meine Tochter dann keine Zeit mehr für Erklärungen, der Teddy brauchte dringend einen Kaiserschnitt.
3.8 Stars (3,8 / 5)

Autorin des Buches ist die freiberufliche Journalistin Ulrike Gerold, die für das Jugendbuch „Irgendwo woanders“ mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis der Stadt Braunschweig ausgezeichnet wurde.

Heike Gätjen: Will will’s wissen – Die Frage nach dem Tod

Was Willi Weitzel überhaupt nicht leiden kann, sind Kerne im Kirschkuchen. Aber ansonsten scheint er tatsächlich alles zu mögen und sich für alles zu interessieren. Seine Sendung „Willi wills wissen“ sehen nicht nur die Kinder gerne, sondern auch die Erwachsenen. Und es kann wohl kaum einer behaupten, dass er dabei nicht doch noch das eine oder andere dazulernen würde. Herrn Weitzels neuestes Buchthema „Wie ist das mit dem Tod?“ ist zwar kein amüsantes, aber ein sehr interessantes.

Irgendwann kommt sie, die Frage nach dem Tod, nach dem wie, nach dem warum, nach dem danach. Und dann ist es gut, wenn man weiß, wie man an das „Wir sprechen da eigentlich nicht drüber“-Thema herangehen kann. Ganz natürlich nämlich. Ohne Tamtam und doch mit dem gewohnten Augenzwinkern nimmt sich Willi der Sache an. Er unterhält sich mit Menschen, die mit dem Tod arbeiten und leben, er geht der Frage nach, wie man in verschiedenen Kulturen mit der Endgültigkeit umgeht, warum eine Beerdigung wichtig und auch manchmal lustig ist und er versucht zu erklären, wie sich Trauer anfühlt.

Für Kinder unter acht Jahren ist das Buch noch nicht geeignet, für Eltern von Kindern unter acht Jahren allerdings schon. Man kann sich Anregungen holen und die erhaltenen Informationen für kleinere Kinder altersgemäß darstellen.
4.8 Stars (4,8 / 5)