Nele Moost/Annet Rudolph: Alles Ostern!

Der kleine Rabe Socke ist echt erstaunt: Er wusste gar nicht, dass aus kleinen Samen großes Gemüse wachsen kann. Oder dass man einfach eine Kartoffel in die Erde stecken kann und dann ganz viele neue daraus wachsen. Da hat er gleich ziemlich viel zu tun – doch leider vermehren sich seine Spielsachen in der Erde nicht, egal, wie gut er sie gießt. Aber dann erntet er doch noch etwas, das äußerst nützlich für ihn ist.

Dieses kleine Frühlings- und Osterbilderbuch rund um den beliebten Raben mit der rot-weißen Socke ist so goldig, wie man es von dem Schwarzgefiederten gewöhnt ist. Und ganz wunderbar als Osterergänzung zu all der Schokolade im Nest geeignet.

Julia Klee/Franziska Harvey: Lilly Osterhase – eine für alle, alle für eine!

Auf der Butterblumenwiese ist richtig was los: der alljährliche Osterhasen-Wettbewerb steht an mit den Disziplinen Schnellhoppeln, Körbchenheben, Hasenturnen und Eierbemalen. Wobei hier ganz eindeutig Salvador Hasi vorne liegt. Doch dann taucht plötzlich ein Wiesel auf und die Stimmung kippt. Bis die kleine Lilly Puschel das Ganze in die Hand nimmt.

Dieses Bilderbuch hat die Freundschaft zum Thema. Und zwar nicht die einfache Form. Sondern die, bei der man über seinen Schatten springen muss, um sie zu gewinnen. Also die, die meist ein Leben lang hält.

Brause/Sieverding: Pfui Spucke, Lama!

Die anderen Tiere finden das Gespucke des Lamas echt eklig. Und deswegen wollen sie auch nicht, dass das Lama mitmacht – und das, obwohl sie ziemlich viel zu tun haben, um die geplante Kirmes auf die Beine zu stellen.

Das Lama möchte sooo gerne helfen und versucht es immer wieder. Es beschenkt die anderen und sie mögen es trotzdem nicht. Langsam ist es richtig verzweifelt, kann es doch nichts dafür, dass es so ist, wie es ist. In der Nacht kann es vor lauter Traurigkeit nicht schlafen und entdeckt …

Dazugehören zu wollen ist ein Gefühl, das jeder im Leben mal erlebt. Angefangen vom Kindergarten bis hin zum Berufsleben. Dieses kleine Bilderbuch zeigt, dass es sich lohnt, bei „Neuen“ auch mal genauer hinzusehen. Denn das, was vielleicht wie ein Makel aussieht, könnte eine Stärke sein.

Sophie Siers/Anne Villeneuve: Hallo Donald Trump

[aartikel]3480235832:left[/aartikel]Sam ist ziemlich entnervt. Er muss sich mit seinem Bruder ein Zimmer teilen und der ist nicht nur größer und stärker, er darf auch länger am Handy hängen. Jetzt hat Sam in den Nachrichten gesehen, dass Donald Trump „unerwünschte Personen“ einfach mit einer Mauer von sich abtrennen möchte – und das, findet Sam, ist doch eine großartige Idee auch fürs Kinderzimmer. Also schreibt er dem Präsidenten und zwar nicht nur einmal. Er teilt ihm alles mit, was er so Stück für Stück über Mauern lernt. Über echte und über die im Kopf.

Die Idee ist gut, die großen Probleme mal aufs Kleine, Verständliche runterzubrechen. Und ebenfalls im Kleinen zu zeigen, was im Großen mit ein bisschen Verständnis und Bildung erreicht werden könnte. Leider nur lässt die Umsetzung ein bisschen zu wünschen übrig. Als Bilderbuch an sich eignet sich dieses Werk nur bedingt und auch nur dann, wenn man viel, viel erklärt. Besser geeignet ist es für Schulkinder, zum Beispiel für ein Bilderbuchkino im Unterricht. Da lässt es sich ganz wunderbar als Gesprächsgrundlage nehmen.

Robert Starling: Kleiner Drache will der Größte sein

[aartikel]3480235557:left[/aartikel]Finn ist ein ganz normaler kleiner Drache. Aber das Ferienlager, in das er zum ersten Mal fahren darf, macht ihn nervös. Was werden die anderen von ihm denken? Wird er Freunde finden? Muss man nicht ganz toll sein, damit man überhaupt bemerkt wird? Überall der Beste?
Also drängelt Finn sich vor, weiß alles besser, gibt an … und versteht nicht, warum die anderen ihn nicht mögen. Doch Tom, der Betreuer, hilft ihm. Er zeigt ihm, dass es ganz einfach ist, neue Freunde zu finden: Indem man einfach so ist, wie man ist, anderen auch mal den Vortritt lässt, teilt und fair ist. Und schon läuft’s im Drachenferienlager.

Ein Bilderbuch, das sich besonders gut für den Eintritt in den Kindergarten oder die Grundschule eignet. Und für alle Situationen, in denen man irgendwo neu ist. Es zeigt den Kindern, dass sie die Ansprüche an sich selbst gar nicht so hoch anlegen müssen, denn schließlich machen das die anderen auch nicht.

Britta Sabbag/Elli Bruder: Prinzessin Zuckerpups

[aartikel]3480234569:left[/aartikel]Na da ist es wieder, eines dieser Pupsbücher der Saison. Leider – und das muss man gleich mal vorweg sagen – eines der weniger guten Exemplare. Denn diese Geschichte rund um eine Prinzessin, der man partout nicht sagen will, dass ihre königlichen Pupse nicht weniger stinken als die des Hofhunds, ist ein wenig seltsam. Bei einem Kinderbuch fragt man sich ja immer, was ist der Sinn dahinter? Was soll mein Kind mitnehmen, wenn es sich dieses Buch angesehen, es gelesen hat? Dass man auch zu kleinen Prinzessinnen ehrlich sein muss? Okay. Aber dass diese pupsen und furzen dürfen, was das Zeug hält, egal wo und wer dabei ist? Da kommen eher Zweifel auf. Auch die Sprache ist nicht gut gewählt. Sie ist sehr gestelzt und das merken die Kinder beim Vorlesen sofort. Schade. Denn wie wir bereits gesehen haben, gibt es selbst bei diesem Thema durchaus Bilderbuch-Highlights.

Das Känguru

[aartikel]3480233929:left[/aartikel]Kängurus gehören zu den Tieren, die irgendwie jeder mag. Sie leben in Australien, gehören zu den 320 noch lebenden Beuteltierarten und tragen ihren winzig kleinen Nachwuchs im Beutel mit sich herum, bis er groß genug ist, um selbst die Welt zu erkunden. Wenn die Tiere es eilig haben, können sie eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreichen, dabei springen sie bis zu 9 Meter weg und 3 Meter hoch. Die geselligen Tiere, die in diesem Buch anhand zahlreicher Fotos und kurzer Texte vorgestellt werden, leben gefährlich. Denn sie haben im australischen Outback, obwohl bestimmte Arten sehr groß werden können, einige Feinde. Neben dem Menschen, der in letzter Zeit Kängurufleisch überall auf der Welt auf dem Speiseplan hat, sind das Giftschlangen, Dingos und Krokodile. Wobei man auf die anschauliche Fotografie eines Kängurus, das gerade zu Reptilienfutter verarbeitet wird, in einem für Kinder gemachten Buch durchaus hätte verzichten können. Umso besser gelungen sind dafür die Worterklärungen im Glossar, die wissbegierigen kleinen Naturforschern entgegenkommen.

Das Buch ist innerhalb der Reihe „Meine große Tierbibliothek“ erschienen, in der man über Regenwürmer genauso etwas lernen kann wie über Pinguine.

Robert Starling: Kleiner Drache, große Wut

[aartikel]3480233910:left[/aartikel]Finn ist ein süßer kleiner Kerl, ganz lieb. Solange ihn nichts wütend macht. Dann nämlich spuckt der kleine Drache Feuer. Und wütend macht Finn viel. Zum Beispiel, wenn er beim Spielen verliert. Oder wenn er Erbsen essen soll. Als er seinen Kumpels das Fußballtor verkohlt, nur, weil er mal Torwart sein soll, da wird es den anderen zu bunt. Sie sind sauer auf Finn. Das macht Finn traurig, aber er weiß nicht, wie er seine Wut in den Griff bekommen soll. Der kleine Drache holt sich Rat und mit ein bisschen Übung klappt es auch mit Selbstkritik und Geduld. Und dann findet Finn seinen eigenen Weg, um seine Wut-Energie in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ganz süßes Bilderbuch für kleine Wutnickel, die noch nicht gelernt haben, ihre Emotionen zu kontrollieren, aber schon so weit sind, einzusehen, dass es so nicht geht. Die Zeichnungen und Texte sind einfach, aber nicht simpel, die Aufmachung besonders hübsch und einfach mal was anderes. Nur der Geruch des Buches stört. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, es sei verkohlt.
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