Sueli Menezes: Nino das Glühwürmchen

Nino, das Kinderglühwürmchen, ärgert sich. Da gibt er sich nächtelang Mühe, ganz toll zu leuchten und anstatt, dass das jemand zur Kenntnis nimmt, bewundern alle nur den Mond. Mama Glühwurm hat wenig  Verständnis für das Gejammer ihres Sohnes. Schließlich ist es nicht seine Aufgabe, die Nacht zu erhellen, sondern sie zu verzaubern. Der Mond aber hat Mitleid mit dem erbosten kleinen Kerl und bittet Nino daher, ihn für eine Nacht zu vertreten. Er brauche eine Pause. Das lässt sich das kleine Glühwürmchen nicht zweimal sagen. Es trommelt alle seine Freunde zusammen, um sie zu überreden, ihm zu helfen. Doch die sind erst mal ziemlich skeptisch …

Ein wunderschönes kleines Bilderbuch, das nicht nur durch seine mutmachende Geschichte, sondern vor allem auch durch die Zeichnungen von Giuliano Ferri lebt. Wie kaum ein anderer versteht er es, unserer Phantasie Spielraum zu geben für die tierischen Charaktere. Besonders schön dazu: die Haptik des Buches, bei der man mit etwas Phantasie jedes einzelne Glühwürmchen erspüren kann.

Katarina Macurova: Theo der Floh

Theo der kleine Floh lebt mit seinem Opa auf einem Affenrücken und liebt es, wenn der alte Flohmann von seinen Abenteuern erzählt. Wer hat schon in acht Minuten einen Zebraschwanz umrundet oder war auf einem Schneehasen unterwegs? Theo will auch ein Abenteurer sein und macht sich auf an einen Ort namens Löwe, an dem die Haare so lang werden wie eine Million Flöhe nebeneinander. Und als er von dieser Exkursion zurückkommt, hat er einiges zu erzählen. Nur leider nichts Spannendes

Ganz ehrlich … bei einem Bilderbuch wie diesem fragt man sich: Warum? Gibt es eine pädagogische Aussage? Sind die Bilder besonders schön? Die Geschichte spannend, lustig, lehrreich oder wenigstens irgendetwas davon. Leider nein. Eher hat man Mitleid mit dem armen Affen, dessen Flohwohnort schon ganz kahl ist.

Katja Reider/Henrike Wilson: Saumüde

Der Tag war lang, Mama Schwein ist müde, um es ganz genau zu nehmen sogar saumüde. Nicht so der Nachwuchs. Das kleine Ferkel ist hellwach und es ist ihm auch ganz egal, dass die Hühner schon gähnen. Es weckt sie einfach ganz schnell wieder auf. „Ich glaube, ich bin auch nachtaktiv“, stellt es begeistert fest, als es die Eule kennenlernt. Mama Sau sieht das ein bisschen anders und gibt ihr Bestes, um ihr Kleines zur Ruhe zu bringen. Das allerdings glaubt, kein bisschen müde zu sein und wird immer überdrehter. Fast kommt es zum Unglück … aber zum Glück sind Mamas ja immer dann hellwach, wenn es darauf ankommt. Eine Thematik, die fast alle Eltern kennen: Man selbst kann kaum mehr die Augen aufhalten, die Kinder allerdings finden tausend Gründe, um nicht ins Bett zu müssen. Schließlich gibt es ja noch so viel zu erleben. Ein schönes Bilderbuch, um abends einen ereignisreichen Tag abzuschließen. 

Saumüde!

Der Tag war lang, Mama Schwein ist saumüde. Nicht so der Nachwuchs. Das kleine Ferkel ist hellwach und es ist ihm auch ganz egal, dass die Hühner schon gähnen. Es weckt sie einfach schnell wieder auf. „Ich glaube, ich bin auch nachtaktiv“, stellt es begeistert fest, als es die Eule kennenlernt. Mama Sau sieht das ein bisschen anders und gibt ihr Bestes, um ihr Kleines zur Ruhe zu bringen. Das allerdings glaubt, kein bisschen müde zu sein und wird immer überdrehter. Fast kommt es zum Unglück … aber zum Glück sind Mamas ja immer dann hellwach, wenn es drauf ankommt.

Eine Thematik, die fast alle Eltern kennen: Man selbst kann kaum mehr die Augen aufhalten, die Kinder allerdings finden tausend Gründe, um nicht ins Bett zu müssen. Schließlich gibt es ja noch so viel zu erleben. Ein schönes Bilderbuch, um abends einen ereignisreichen Tag abzuschließen.  

Susan Nielsen/Leonie Ebbert: Lotti & Dotti

Lotti ist fünf. Und da ist man definitiv bereits alt genug, um mal zwei Wochen bei der Oma zu bleiben. Oma hat viel Zeit zum Spielen, Kuchen backen und reden … Eines Morgen wacht Lotti auf, weil Omas Hund gar nicht aufhören will zu bellen. Sie sieht nach und findet in der Küche ein entlaufenes Pony. Oma und sie bringen es zurück, erfahren, dass es Dotti heißt und niemand etwas dagegen hat, wenn Lotti ein paar Tage auf es aufpasst. Es werden wunderschöne Tage, in denen Lotti & Dotti viel gemeinsam erleben. Doch dann geht es ans nach Hause fahren und Lotti wird sehr traurig …

Coppenrath schafft es immer wieder, Bücher auf den Markt zu bringen, die überraschen. So wie dieses, das von der Machart her, mit den vielen liebevoll geschossenen Fotos, die die Geschichte erzählen, ziemlich 70er ist. Und gerade dadurch besticht. Obwohl nicht nur dadurch, sondern auch mit der Tatsache, dass wohl jedes kleine Mädchen sich schon einmal eine solche Dotti gewünscht hat.

Feridun Oral: Eine Winterfreundschaft

Leo, der Kater, lebt bei Walter. Einem alten Mann, der ihm – findet zumindest Leo – nicht genug Party bietet. Sein Katzenspielzeug ist ihm zu langweilig geworden ist und rund ums Haus ist auch nichts los. Bis ein Eichhörnchen sich in die Nähe des Hauses wagt. Und zutraulich wird. Die beiden freunden sich an und haben viel Spaß miteinander. Bis eines Tages das Eichhörnchen nicht mehr kommt. Leo geht es suchen und verlässt sein Revier Richtung Wald. Es schneit und seine Spuren werden verweht – Leo findet den Weg zurück nicht mehr. Aber er hat Glück …

Brause/Sieverding: Pfui Spucke, Lama!

Die anderen Tiere finden das Gespucke des Lamas echt eklig. Und deswegen wollen sie auch nicht, dass das Lama mitmacht – und das, obwohl sie ziemlich viel zu tun haben, um die geplante Kirmes auf die Beine zu stellen.

Das Lama möchte sooo gerne helfen und versucht es immer wieder. Es beschenkt die anderen und sie mögen es trotzdem nicht. Langsam ist es richtig verzweifelt, kann es doch nichts dafür, dass es so ist, wie es ist. In der Nacht kann es vor lauter Traurigkeit nicht schlafen und entdeckt …

Dazugehören zu wollen ist ein Gefühl, das jeder im Leben mal erlebt. Angefangen vom Kindergarten bis hin zum Berufsleben. Dieses kleine Bilderbuch zeigt, dass es sich lohnt, bei „Neuen“ auch mal genauer hinzusehen. Denn das, was vielleicht wie ein Makel aussieht, könnte eine Stärke sein.

Kai Lüftner: Sei kein Frosch

Hope ist ein Laubfrosch und weil bei der Vererbung der Farbe Grün das Gelb gefehlt hat, ist er eben blau. Hope ist anders als andere Frösche. Was vor allem auch daran liegen kann, dass er eine andere Erziehung genossen hat. Seine Mutter hat eine Weile bei den Menschen gelebt und dort einiges aufgeschnappt. Leider ist sie bereits früh verstorben und Hope, einziger Überlebender seiner Familie, muss sich mehr oder weniger alleine durchschlagen. Was ihm dank seiner Intelligenz auch ziemlich gut gelingt. Eines Tages findet er einen Toten im Teich und er weiß auch, wer das ist: ein Umweltschützer, der versucht hat, ein Bauprojekt auf den Wiesen, auf denen Hopes Heimat liegt, zu verhindern. Der kleine blaue Frosch macht sich ans Werk, um den Mörder zu finden. Und bekommt dabei menschliche Unterstützung.

Man kennt ihn von Furzipups und den Finstersteins – Kai Lüftner hat sich inzwischen durchaus einen Namen gemacht auf dem Kinderbuchmarkt. Und auch dieses Buch ist nicht schlecht. Wirklich hervorragend allerdings ist es leider auch nicht. Das liegt vor allem an einer Sprache, die alles andere als kindgerecht ist und bei der Wörter verwendet werden, die ein normaler Zehnjähriger jetzt nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Beim Vorlesen ist man also dauernd gezwungen zu stoppen, um zu erklären und beim Selbstlesen wird im besten Fall darüber weggelesen. Beides nicht optimal. Doch der Erwachsenenblick scheint sich von dem der Zielgruppe in diesem Fall gewaltig zu unterscheiden. Denn die findet den kleinen blauen Detektivfrosch spannend und cool.

Britta Teckentrup: Der Maulwurf und die Sterne

[aartikel]3845830662:left[/aartikel]Der Maulwurf fühlt sich manchmal einsam, so ganz allein im Dunkeln. Dann klettert er durch seine vielen Gänge nach oben und bewundert die Sterne. Als er eines Tages eine Sternschnuppe sieht, wünscht er sich, er allein könnte alle Sterne der Welt besitzen und sein Wunsch geht in Erfüllung. Der kleine Maulwurf sammelt mithilfe von Himmelsleitern die Sterne am Himmel ein und bringt sie in sein Zuhause weit unter der Erde, wo sie zunächst zumindest wunderschön strahlen. Doch dieses Handeln hat Folgen …

Die Zeichnungen dieses Bilderbuches sind sehr aussagekräftig, der Text einfach zu verstehen und die Message klar: Wer nur an sich denkt, hat bald verloren. Das ist das Schöne an Bilderbüchern: Sie geben immer wieder einen Anlass, um bestimmte Themen aufzugreifen, gerade Themen, die bei Kindern immer wieder vorkommen und die auf diese Weise fast schon spielerisch, auf jeden Fall aber ohne erhobenen Zeigefinger gemeinsam mit den Kindern bearbeitet werden können.

John Rabou/Annelies von Uden: Otto Schaf will schwimmen

[aartikel]3865663990:left[/aartikel]Warum das kleine Schäfchen Otto so sehnlichst davon träumt, richtig schwimmen zu können, das weiß es selbst nicht so genau, aber der Wunsch ist so groß, dass sich Otto von nichts abhalten lässt, ihn wahr werden zu lassen und dabei fast ertrinkt. Das allerdings hält ihn nicht davon ab, sich neue Möglichkeiten auszudenken und eines Tages kommt ihm eine Idee …

Dieses Bilderbuch löst vor allem bei der eigentlichen Zielgruppe etwas Verwunderung aus. Vielleicht, weil die Zeichnungen so seltsam realistisch sind, vielleicht auch, weil das Schaf gar nicht wirklich mutig und zielstrebig wirkt, sondern eher leichtsinnig und unüberlegt. Und die Schafsherde bzw. Ottos Eltern da so gar nicht darauf reagieren. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass … Hier könnte man noch eine Weile weitermachen. Das Buch soll wahrscheinlich einfach zeigen, dass es gut ist, seine Träume zu verfolgen, auch dann, wenn sonst keiner an einen glaubt, aber der Weg, der dafür gewählt wurde, ist leider nicht optimal für Kinder im Bilderbuchalter.