Robert Starling: Kleiner Drache will der Größte sein

Finn ist ein ganz normaler kleiner Drache. Aber das Ferienlager, in das er zum ersten Mal fahren darf, macht ihn nervös. Was werden die anderen von ihm denken? Wird er Freunde finden? Muss man nicht ganz toll sein, damit man überhaupt bemerkt wird? Überall der Beste?
Also drängelt Finn sich vor, weiß alles besser, gibt an … und versteht nicht, warum die anderen ihn nicht mögen. Doch Tom, der Betreuer, hilft ihm. Er zeigt ihm, dass es ganz einfach ist, neue Freunde zu finden: Indem man einfach so ist, wie man ist, anderen auch mal den Vortritt lässt, teilt und fair ist. Und schon läuft’s im Drachenferienlager.

Ein Bilderbuch, das sich besonders gut für den Eintritt in den Kindergarten oder die Grundschule eignet. Und für alle Situationen, in denen man irgendwo neu ist. Es zeigt den Kindern, dass sie die Ansprüche an sich selbst gar nicht so hoch anlegen müssen, denn schließlich machen das die anderen auch nicht.

Aron Dijkstra: Ritter Rufus, der Drachenkämpfer

Der kleine Ritter Rufus kann es kaum erwarten: Er will mit einem richtigen Drachen kämpfen und endlich, endlich ist es soweit. Er darf es mit dem Drachen Bruchhorn aufnehmen, der sich hoch oben in den Bergen versteckt und zu dem sich schon seit Ewigkeiten keiner mehr getraut hat. Aber Rufus ist mutig und der Drache ziemlich hochnäsig. Er lacht schallend, als er das Ritterchen mit seinem kleinen Schwert sieht – so will er nicht mit ihm kämpfen. Das findet er unfair. Immer und immer wieder schickt der große, fürchterliche Drache Rufus ins Dorf, um sich noch besser zu bewaffnen – und letztendlich finden die beiden den Kampf, in dem sie sich gleichwertig gegenüberstehen.

Diese kleine Geschichte von einem stigmatisierten Drachen, der doch lieber plaudern und spielen möchte, ist putzig und schön bebildert. Sie erzählt etwas über den Mut, zu sich selbst zu stehen genauso wie über den Mut, über seine eigenen Grenzen zu gehen – und in Situationen Lösungswege zu erkennen, die vorher nicht diskutabel waren. Wäre vielleicht gerade auch was für unsere Politiker.

Binette Schroeder: Der Zauberling

Zokko ist ein kleiner Zauberlehrling und er lebt bei seinem Großvater, dem berühmten Zonobu. Eines Tages schleicht er sich davon, nicht ganz unbemerkt, aber vom Alten toleriert, und erlebt so einiges mit einem frischgeschlüpften Drachenbaby und Rotkäppchen höchstpersönlich. Doch plötzlich hat er das Zaubern wohl etwas überstrapaziert und schafft es nicht, seinen Unsichtbarkeitszauber wieder rückgängig zu machen. Doch wozu hat man Freunde?

Diese mit fantasievollen, manchmal etwas altertümlich anmutenden Zeichnungen versehene Bilderbuchgeschichte im typischen Binette Schroeder-Stil lässt leider textlich ziemlich zu wünschen übrig. Sie ist weder sehr fesselnd, noch sind ihre Sprachspielereien gelungen, sie führen eher zur Verwunderung beim Kind denn zu einem fröhlichen Grinsen. Ein weiterer Nachteil, der leider immer öfter bei Bilderbüchern vorkommt: der Druck. Hierbei wird nicht darauf geachtet, dass eine schwarze Schrift auf einem dunklen Hintergrund nur schwer zu lesen ist, gerade in der typischen Vorlesesituation abends im Bett. Schade, sind doch sonst die Bücher aus dem NordSüd-Verlag meist ein Garant für etwas außergewöhnliche, aber mitreißende Bilderbücher.
1.1 Stars (1,1 / 5)

Drachenschnodder

So richtig gute Bilderbücher findet man irgendwie in letzter Zeit selten. Es wiederholt sich alles, scheint, als hätte so mancher Verlag keine Autoren mehr mit wirklich neuen Ideen. Was man vom Lingen Verlag nicht behaupten kann. Denn die haben Esther Miskotte und ihr Buch „Drachenschnodder“.

Da sitzen die Tiere des Waldes eines schönen Tages in ihrem friedlichen Wald und plötzlich ist ein Knall zu hören, der die Bäume zum Zittern bringt. Ein Donner irgendwie – ganz ohne Gewitter. Das wollen der Bär, der Hase und die anderen jetzt aber genauer wissen und gehen dem Lärm nach. Dabei finden sie einen ziemlich erkälteten Drachen, der erst wieder fliegen kann, wenn er gesund ist. Aber das, so sagt er, kann dauern. Doch darüber sind die Tiere nicht begeistert. Schließlich ist der Drache ein Fremder und man weiß ja nie….Doch der Hase ist mutig und versorgt den Drachen mit einer Menge Gemüse und Obst – und auch, wenn dieser lieber ein paar Prinzessinnen verspeisen würde, so merkt das Ungetier doch schnell, wie gut ihm die Vitamine tun. Und die Fürsorge….

Wie immer wurde dieses Buch an Kindern der entsprechenden Altersgruppe getestet. Und dabei wurde richtig viel gelacht. Und ein bisschen was gelernt.
Ein Buch, perfekt für alle, die mit Leib und Seele vorlesen und daraus auch ein bisschen ein Theaterstück für die Kinder machen. Denn die Rolle des erkälteten Drachen ist dankbar. Die Zeichnungen allerdings könnten noch phantasievoller sein. Sie orientieren sich sehr am Mainstream.
4.0 Stars (4,0 / 5)

Kate Klimo: Der frechste Drache der Welt

Gleich zu Beginn des neuen Jahres gibt der deutsche Buchmarkt ein Kinderbuch her, das das Zeug zum Klassiker hat. Die Geschichte hat Witz und Pep, die Erzählweise ist für jung und alt gleich ansprechend und die Zielgruppe sowohl männlich als auch weiblich. „Der frechste Drache der Welt“ nimmt den Leser in seinen Bann.

Jesse lebt bei seiner Cousine Daisy und deren Familie, da seine Eltern in der Entwicklungshilfe arbeiten und er keine Lust mehr gehabt hat, ständig durch die Weltgeschichte zu ziehen. Die beiden Zehnjährigen verstehen sich blendend und auch bei Onkel Joe und Tante Maggie fühlt Jesse sich willkommen. Onkel Joe liebt Steine und nimmt sie daher manchmal mit auf einen Ausflug in die Berge, um außergewöhnliche Exemplare zu finden. Diesmal findet Jesse ein so genanntes Donnerei, ein Stein, der mit Kristallen gefüllt ist, doch mit diesem Donnerei stimmt irgendwas nicht, es kann sprechen. Kein Wunder, schließlich ist ja auch ein Babydrache drin, der kurz danach ausschlüpft. Zunächst so klein wie eine Eidechse, wächst Emmy, die sogar sprechen kann, schnell heran und es wird für Jesse und Daisy immer schwieriger, sie vor den Eltern zu verstecken. Aber die sind eigentlich gar nicht das Problem, das Problem ist Dr. St. Georg, der Drachentöter, der wie wild hinter Esmeralda her ist – er hat es auf ihr Blut abgesehen. Warum und wieso, das erfahren die beiden Kinder von dem geheimnisvollen Professor Andersson. Der ihnen unter drachengefunden.org noch mit ein paar anderen Tipps weiterhelfen kann. Doch zunächst einmal beginnt die atemberaubende Jagd inklusive Rettungsaktion des kleinen Drachen…

Dieses Buch ist nahezu perfekt. Schade nur, dass es die Drachenseite nicht gibt. Nach dem Beispiel von anderen Büchern wäre es witzig gewesen, hier ein paar Hintergrundinfos aufzubauen.
4.8 Stars (4,8 / 5)