Stephanie Polák/Larisa Lauber: Ein Lächeln für dich

Dass dieser Tag super wird, da ist sich der kleine Noah ganz sicher. Schließlich kommt sein  Freund Max nach dem Kindergarten zu ihm. Die Frau allerdings, die seiner Mama und ihm im Bus gegenübersitzt, ist lange nicht so gut gelaunt wie er. Grimmig schaut sie vor sich hin und reagiert kaum, als Noah sie anlächelt. Als er ihr allerdings beim Aussteigen noch ein dickes Lächeln schenkt und ihr einen guten Tag wünscht, erhellt sich ihre Miene. Wie schnell sich daraufhin dieses kleine Lächeln von einem zum anderen überträgt, darauf wäre jeder Virus neidisch. Wie ein Lauffeuer breitet es sich aus und schafft viele kleine und große glückliche Momente. Bis es am Ende sogar zu Noah zurückkommt.

Dieses Bilderbuch hat zwar relativ viel Text für die Zielgruppe, aber es ist anschaulich gezeichnet und gut verständlich. Und es lohnt sich zu sehen, wie bereits eine kleine nette Geste den Tag vieler verändern kann.

Elke Satzger/Jann Wiennekamp: Lotti kann nicht pupsen

[aartikel]3219117317:left[/aartikel]Es scheint ja daaas Thema schlechthin in diesem Sommer zu sein, denn kaum ein Kinderbuchverlag beschäftigt sich nicht in einem seiner neuen Exemplare mit dem Thema Flatulenzen. Aber man muss sagen, Annette Betz hat die beste Auswahl getroffen. Dieses Bilderbuch im Giraffenformat hat eine urkomische Geschichte: Lotti, die Giraffe hat ein Problem, irgendetwas kribbelt, kratzt und zwickt in ihr drin. Ihre Freunde versuchen ihr zu helfen und die Schlange Spirellina schaut mal nach, was da so los ist: „Du hassst eine Fliege verschluckt. Ich kann sssie aber nicht sehen. Wahrscheinlich issst die in deinem Bauch oder schon bei deinem Popo!“, stellt sie fest. Aber daaaa kriecht sie auf keinen Fall hin, das steht schon mal fest. Also muss es anders gehen. Der Affe Paule ist nicht ganz so empfindlich und schaut mal von außen nach. Und was entdeckt er: eine im Po feststeckende Fliege. Da hilft nur eines: kräftig pupsen. Aber wer kann das schon auf Kommando? Sie versuchen alle alles, bis es dann …. aber nein, das wollen wir hier nicht erzählen …

Die Zeichnungen einfach, aber ansprechend, das Thema gerade für Jungs bis ins Grundschulalter mindestens zum Piepen komisch und die Umsetzung einfach toll. Ein sehr schönes Bilderbuch!

Engler/Tourlonias: Ein komischer Vogel

[aartikel]3219117635:left[/aartikel]“Es ist schön, anders zu sein“ lautet der Untertitel dieses Buches, dabei ist es gerade im Bilderbuchalter – also vom Kindergarten bis in die Grundschulzeit hinein – alles andere als schön, anders zu sein. Die kleinen Persönchen wollen zum ersten Mal dazugehören, mitspielen dürfen, so sein, wie die Freunde, die plötzlich wichtiger werden als so manches andere … Anders zu sein ist daher auf jeden Fall eine Aufgabe und das spürt auch der kleine Drache, der als Ei aus Versehen in einem Amselnest landet und zwar von der Mama genauso geliebt wird wie die anderen Kinder, es aber in der für ihn falschen Umgebung so richtig schwer hat. Er fliegt nicht, plumpst stattdessen wie ein STein zur Erde, Würmer mag er auch nicht und der Ast mit dem Nest war irgendwann nicht mehr stark genug, um ihn zu tragen. Seine Adoptivmama, Frau Amsel, versucht alles, um ihn zu trösten, aber wirklich versöhnt ist der kleine Drache erst, als er entdeckt, dass Anderssein auch bedeutet, andere Qualitäten zu haben.

Marko Simsa/Doris Eisenburger: Der Zauberlehrling

[aartikel]3219116515:left[/aartikel]Natürlich ist er weder von Simsa, noch von Eisenburger, sondern von Goethe, der Zauberlehrling. Und das bleibt er auch. Die kindgerechte Umsetzung der wunderschönen alten Ballade aber ist den beiden ganz toll gelungen.
Trägt man einem Kind den Zauberlehrling vor – und das kann man noch so toll machen – wird es nur wenig verstehen. Durch die bildliche und vertonte Unterstützung allerdings gelingt es, die Stimmung so zu unterstreichen, dass von ganz alleine Bilder vor dem inneren Auge entstehen. So erschließt sich selbst Grundschulkindern ganz schnell der Zauber der alten Sprache.

In dieser Reihe aus dem Hause Annette Betz wird Großes geleistet, indem man unseren Kleinen große Stücke und auch große Künstler ganz nahebringt.
Letztendlich bleibt nur ein Kritikpunkt. Nicht jeder mag musikalische Untermalung. Sollte man sich also entscheiden, das Buch ohne die beigelegte CD zu nutzen, dann ist es umso ärgerlicher, wenn der erklärende Text durch die dauernden Hinweise auf die Instrumente an Flüssigkeit verliert.

Aron Dijkstra: Ritter Rufus, der Drachenkämpfer

[aartikel]3219117368:left[/aartikel]Der kleine Ritter Rufus kann es kaum erwarten: Er will mit einem richtigen Drachen kämpfen und endlich, endlich ist es soweit. Er darf es mit dem Drachen Bruchhorn aufnehmen, der sich hoch oben in den Bergen versteckt und zu dem sich schon seit Ewigkeiten keiner mehr getraut hat. Aber Rufus ist mutig und der Drache ziemlich hochnäsig. Er lacht schallend, als er das Ritterchen mit seinem kleinen Schwert sieht – so will er nicht mit ihm kämpfen. Das findet er unfair. Immer und immer wieder schickt der große, fürchterliche Drache Rufus ins Dorf, um sich noch besser zu bewaffnen – und letztendlich finden die beiden den Kampf, in dem sie sich gleichwertig gegenüberstehen.

Diese kleine Geschichte von einem stigmatisierten Drachen, der doch lieber plaudern und spielen möchte, ist putzig und schön bebildert. Sie erzählt etwas über den Mut, zu sich selbst zu stehen genauso wie über den Mut, über seine eigenen Grenzen zu gehen – und in Situationen Lösungswege zu erkennen, die vorher nicht diskutabel waren. Wäre vielleicht gerade auch was für unsere Politiker.

Sabine Bohlmann/Susanne Straßer: Als die Wolke bei uns wohnte

[aartikel]3219117295:left[/aartikel]Was macht man, wenn einem eines Tages eine kleine schwache Wolke auf den Kopf fällt? Ganz klar, man päppelt sie auf, misst Fieber, tröstet sie, versucht ihr zu helfen – selbst, wenn die Wolke keinen Tee mag. Und man macht sich schlau, was so eine Wolke denn braucht. Die kleine Wolke, die dieses Mädchen plötzlich zuhause hatte, erholt sich schnell und wird ein Super-Spielkamerad. Man kann vom Schrank auf sie hüpfen, auf ihr reiten und mit ihr Gassi gehen. Aber die Wolke wird im Lauf der Zeit immer größer und was dann?

Ein interessanter Ansatz über das Festhalten und Loslassen, über Freundschaft und das, was manchmal einfach getan werden muss. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt, was für ein Bilderbuch relativ ungewöhnlich ist, sich aber auch nicht so gut vorliest. Überhaupt hat das Buch die Erwartungshaltung, gerade an die Autorin, nicht ganz erfüllt. Denn auch, wenn die Idee gut ist, die Umsetzung ist nicht optimal. Es gelingt nicht, die Leichtigkeit, die man sonst an ihr bewundert, hier wirklich zu spüren. Das betrifft auch die Zeichnungen, die durchaus etwas „niedlicher“ hätten ausfallen dürfen. Ganz schön allerdings ist, was man so ganz nebenbei über Wolken lernt.
2.5 Stars (2,5 / 5)

Paul Maar/Helga Bansch: Greta und die magischen Steine

[aartikel]3219116957:left[/aartikel]Als sie klein war, hat Greta noch oft nach dem Vater gefragt. Konnte nicht glauben, dass er nicht mehr zu ihr zurück käme. Als sie älter wurde, nahm sie es hin, dass er wohl sein Leben gelassen hat auf dem Weg zum erhofften Reichtum als Matrose. Die Mutter kämpft mit dem Alltag, musste ihre Tiere verkaufen und lebt nun mit der Tochter von einem kleinen Garten und einer Kuh – mehr schlecht als recht. Eine durstige Bettlerin weist sie trotzdem nicht ab. Und auch ihre Tochter hat ein großes Herz und wie so oft, ist die Bettlerin so gar nicht das, was sie zu sein scheint. Und sie sagt Greta einen wichtigen Satz: „Wenn du ihn nicht suchst, wird er nicht kommen“ – also beginnt das Mädchen zu suchen, geht, nur begleitet von ihrem treuen Hund Karo, den weiten Weg zum Meer und lässt sich dort auf die Magie ein, die ihr begegnet….

Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst. Das seine Spuren in uns hinterlässt und zum Nachdenken anregt. Oder zum Hoffen. Oder beides.
Der Bamberger Autor, den man vor allem durch das Sams kennt, geht hier einen ganz anderen Weg. Tiefgründig und mit Zeichnungen unterlegt, die die Stimmung des Textes perfekt unterstreichen. Die nicht nur das Kind einladen zu verweilen und Details zu betrachten.
4.5 Stars (4,5 / 5)

Engler/Tourlonias: Ich bin ein Tiger

[aartikel]3219116949:left[/aartikel]Man nimmt dieses Buch über einen kleinen „Tiger“-Jungen und seinen Tagesablauf in die Hand und kann nicht anders: Man muss an Calvin und Hobbes denken. Aber wer deren Humor mag, der freut sich ja entsprechend auf ein richtig cool gemachtes Kinderbuch. Und ja, die Zeichnungen sind richtig cool. Da hat Mademoiselle Joelle genau den Punkt getroffen, der die Zielgruppe ab drei, vier bis hin zu Erstklässlern anspricht. Was man von den Texten des Autoren Michael Engler zumindest diesmal nicht behaupten kann. Laaaaaaangweilig, war der Kommentar der kleinen Bilderbuchversuchskaninchen, die für das Buchblögchen im Einsatz sind. Logisch, sie sind kritisch, aber sie sind einfach Besseres gewohnt. Obwohl, als Einschlafbuch könnte sich die Geschichte vielleicht doch noch eignen. In den Schlaf gelangweilt sozusagen.
1.0 Stars (1,0 / 5)

http://www.michaelengler.com/

Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste

[aartikel]3219116469:left[/aartikel]Dieses Bilderbuch ist genau das Richtige für alle die, die es lieben, mit der Sprache zu spielen. Und die das auch an unseren Nachwuchs weitergeben wollen. Vorgestellt werden Berufe, die für Kinder wirklich Sinn ergeben: der Wolkenkratzer, der Mitesser, der Sekundenkleber, der ganz eng mit dem Sekundenzeiger zusammenarbeitet und last but not least: der Zitronenfalter. Es bedarf einer langen Ausbildung, um Zitronen so gut zu falten wie Walther, der Zitronenfalter. Da passen glatt deutlich mehr in eine Kiste.

Im ersten Moment kommen erstaunte Blicke, dann ungläubige und dann beginnen die Kinder sich königlich zu amüsieren. Wollen nochmal und nochmal von der Denkmalpflegerin und dem Seeräuber erzählt bekommen, der den geklauten See sicher nicht in einer Tee-, sondern höchstens in einer Seekanne transportiert.

Ein außergewöhnliches Buch. Und eines, das richtig Spaß macht.
4.4 Stars (4,4 / 5)

Anke Gasch/Stefanie Jeschke: Prinzessin Pauline zieht los

[aartikel]3219116655:left[/aartikel]Prinzessin Pauline-Josefine Langemiene ist fast so etwas wie eine perfekte Prinzessin – inklusive der Vorliebe für die schönsten aller Kleider. Ihre Vorliebe geht sogar so weit, dass sie sich gar nicht prinzessinnenhaft ein Kleid aus der Kleiderkammer stiehlt, nur, weil die Mutter Königin ihr verboten hat, es in den Garten anzuziehen. Vor lauter Begeisterung über den Reifrock fällt die junge Dame glatt in den Teich – und ein Prinz rettet sie. „Ich will dich kennenlernen, aber vorher muss ich mich umziehen. Warte hier auf mich“, bittet die eitle Prinzessin. Doch wie das bei uns Frauen so ist, es dauert, bis man das richtige Outfit für seinen Prinzen gefunden hat. Und ist man dann endlich feritg, wird der Kerl doch glatt vom Drachen entführt. Aber, wenn eine Prinzessin sich in den Kopf gesetzt hat, ihren Prinzen zu treffen, dann ist das so, dann braucht da auch kein Drache zu kommen….

„Eine Prinzessinnengeschichte für mutige Mädchen“, so nennt der Verlag sein neuestes Bilderbuch – und tatsächlich zeigt es Wege auf, die man eher als ungewöhnlich bezeichnen könnte. Als ungewöhnlich, aber durchaus tauglich.
3.9 Stars (3,9 / 5)

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