Sean Stewart/Jordan Weisman: Cathy’s Book

So richtig schön durchgeknallt und endlich mal was anderes auf dem (Jugend-)Buchmarkt ist Cathy’s Book – so eine Art interaktiver Tagebuchkrimi.

Cathy ist verschwunden und sie hat ihrer besten Freundin Emma und auch ihrer Mutter nur eines hinterlassen: ihr Tagebuch. Sie nennt es in einem Brief das „Beweismaterial“ und weist darauf hin, dass die darin aufgezeichneten Telefonnummern angerufen und die Webseiten angeklickt werden sollen. Und genau darin liegt der Reiz dieses Buches. Es ist interaktiv, man soll handeln und landet auch tatsächlich auf entsprechenden Seiten oder weiterführenden Mailboxen.

Was es mit Victor, Cathys Exfreund, auf sich hat, warum sie plötzliche eine Einstichstelle im Arm hat, die verdächtig nach Fixen aussieht und wo sie eigentlich ist, das muss man sich Stück für Stück selbst zusammenreimen.

Allein die Aufmachung dieses Romans mit Thrillerelementen ragt aus all dem Coolness-Einheitsbrei der Jugendliteratur deutlich heraus. Cathy’s Book ist aufgemacht wie ein echtes Tagebuch mit den üblichen Randkritzeleien und Zeichnungen. Und das erste, das einem auffällt, wenn man das Buch in die Hand nimmt, sind die auf der Innenseite eingeklebten „Beweise“. Zettelchen, vollgekritzelte Servietten, Todesanzeigen, alte Fotos, Kalenderseiten und lauter Kram, den man in jedem Tagebuch finden könnte und der Stück für Stück auf den Weg zu des Rätsels Lösung führen soll. Es aber nicht wirklich tut, denn das Rätsel löst sich auch von alleine. Aber mit den Hinweisen kann man Cathy immerhin immer einen kleinen Schritt voraus bleiben.

Dieses Buch könnte der Anfang von etwas ganz Neuem sein – hier handelt es sich nicht um eine erzählte Geschichte, es handelt sich auch nicht um einen Tagebuchroman, sondern hier wird wohl zum ersten Mal in dieser Form mit real Existierendem gespielt und das genau auf heutiges jugendliches Verhalten abgestimmt. E-Mails, Telefonieren wo auch immer man ist, Chatten, Anrufbeantworter und all der Technikkram, den es in der Jugend anderer noch gar nicht gegeben hat.

Fazit: Witzig gemacht und vor allem bei den weiblichen Lesern zwischen 15 und 30 Jahren dürfte dieses Buch genau ins Schwarze treffen.

Jordan Weisman ist übrigens ein bekannter und rund hundert Mal ausgezeichneter Designer von PC-Spielen und Sean Stewart ein mehrfach preisgekrönter Fantasyautor und zusammen sind sie es gewohnt, sich in der interaktiven und der virtuellen Welt zu bewegen. Sie haben bereits vor Jahren ein Spiel entwickelt, das vorgibt, gar kein Spiel zu sein – und verwenden dieses Prinzip auch jetzt bei Cathy’s Book wieder.
3.1 Stars (3,1 / 5)

David Safier: Mieses Karma

“Der Tag an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht.“

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Muss es ja wohl geben, denn ein Satz wie obiger kann kaum von einer Leiche kommen. Und wenn man den Buchtitel sowie das Titelbild mit der Abbildung einer Ameise in Kombination mit dem ersten Satz betrachtet, dann wird nicht nur bei Menschen mit dem festen Glauben an Reinkarnation die Neugier geweckt.

Karriere oder ihre kleine Tochter, der altgediente brave Ehemann oder der coole Geliebte, Menschlichkeit oder Stutenbissigkeit – für Kim lange keine Frage. Das bisschen schlechte Gewissen lässt sich herunterschlucken und morgen ist ja auch noch ein Tag. Denkt sie. Denn in der Nacht wird die frisch mit dem Fernsehpreis ausgezeichnete Moderatorin von einer aus dem All stürzenden Raumstation erschlagen. Und findet sich als Ameise reinkarniert wieder.

„Ich sah das Licht.
Es wurde immer heller.
Es war wunderschön.
Es umhüllte mich.
Sanft.
Warm.
Liebevoll.
Ich umarmte es und ging darin auf.
Gott, ich fühlte mich so wohl.
So geborgen.
So glücklich.
Ich war wieder voller Urvertrauen.
Doch dann wurde ich von dem Licht wieder abgestoßen.
Ich verlor die Besinnung.
Als ich wieder aufwachte, merkte ich, dass ich einen riesigen Kopf hatte.
Und einen wahnsinnigen Hinterleib.
Und sechs Beine.
Und zwei extrem lange Fühler.
Und das war die Nummer Eins der miesesten Augenblicke des Tages!“

Es war doch ein bisschen viel schlechtes Karma, das sie so angesammelt hatte. Der Weg zurück ist mit einigen Krümeln von Riesenausmaßen gepflastert. Doch Casanova höchstpersönlich steht ihr tapfer zur Seite und schafft es dabei auch selbst – nach etlichen Ameisenleben – ein Stückchen weiter Richtung Nirwana.

„Der Tag, an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht.“ Allein das „nicht wirklich“ lässt linguistisch gesehen auf ein frisches Buch voll Ironie schließen. Und eins kann vorweg genommen werden: Man wird nicht enttäuscht. Der Autor hält, was er im ersten Satz seines Romans verspricht. Seine Geschichte ist gut, seine Sprache einfach aber nicht banal, seine Protagonisten überzogen aber nicht lächerlich

Auch, wenn er zum ersten Mal die Seiten eines Romans gefüllt hat, ein unbeschriebenes Blatt ist der in Bremen lebende David Savier wahrlich nicht. Seine Drehbücher zu einigen TV-Hits haben ihm bereits eine beträchtliche Anzahl an Preisen eingebracht. Mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Emmy ausgezeichnet, hat er jetzt auch auf dem Gebiet der Schriftsteller eine wahre Meisterleistung vollbracht. „Mieses Karma“ ist eines der phantasievollsten, witzigsten und originellsten Bücher der letzten Zeit.

Extrem empfehlenswert!
5.0 Stars (5,0 / 5)

Christine Nöstlinger: Luki live

Wenn die Hormone kreisen, geht der Verstand auf Reisen… Von dem Wahrheitsgehalt dieses Spruches kann sich auch Ariane überzeugen. Ihr bester Freund Luki kommt völlig anders aus seinem Sommeraufenthalt in England zurück. Er hat beschlossen, ab sofort seine Persönlichkeit zu verändern und damit fängt er außen an.

Das bedeutet, dass er neuerdings wie ein bunter Vogel daherkommt. Mit den Schuhen seines toten Großvaters, mit Selbstgestricktem seiner Mutter und mit einem alten Fahrrad, das jeden Moment auseinander zu fallen droht. Seine Haare sind im Sommer gewachsen und werden in einem Pferdeschwanz gebändigt. Doch das Entscheidende: Der junge Mann will fortan immer nur die Wahrheit sagen, egal, ob man das tut oder nicht… alle finden Luki cool, nur Ariane beobachtet das Ganze äußerst misstrauisch. Lukis verhalten auch ihr gegenüber verwirrt sie. Doch als ihr Freund sich in eine andere verliebt, wird dem Mädel klar, was zu tun ist!

„Luki live“ ist rund 30 Jahre alt und trotzdem immer noch genauso aktuell wie damals. Das Buch spricht Kindern, oder besser gesagt angehenden Jugendlichen, direkt aus dem Herz. Und dafür ist Christine Nöstlinger ja sowieso bekannt. Der „Zwerg im Kopf“, der „Gurkenkönig“ oder „Rosa Riedl, Schutzgespenst“ sind Figuren, die einen ein Leben lang begleiten und dann mit den eigenen Kindern wieder aktuell werden. Die Astrid Lindgren Österreichs schreibt so zeitlos, dass der Beltz-Verlag mit der Neuauflage des „Luki live“ genau das Richtige gemacht hat.

Besonders schön: Das österreichisch-deutsche Glossar.
5.0 Stars (5,0 / 5)

Ronlyn Domingue: Alle Tage, alle Nächte

Es ist der erste Roman der Autorin und es ist eine der schönsten Liebesgeschichten, die es auf dem Markt gibt. Die Geschichte von Raziela, die nach ihrem frühen Tod in der Zwischenwelt verweilt und um ihre verlorene Liebe Andrew trauert, geht nahe. Verdammt nahe.

Amerika, New Orleans, die wilden Zwanziger: Raziela verkörpert genau den Typ Frau, der uns aus dieser Epoche in „Erinnerung“ geblieben ist. Lebenslustig, klug und ganz ihrer Weiblichkeit bewusst kämpft sie für ihre Ziele. Sie will Ärztin werden, will Frauen den Weg zur Empfängnisverhütung weisen, will die ach-so-männliche Welt verändern. Obwohl sie dem maskulinen Teil der Menschheit durchaus nicht abgeneigt ist, vor allem nicht Andrew…. Die beiden sind wie füreinander geschaffen, doch Raziela zögert mit der Antwort, als Andrew sie um ihre Hand bittet. Sie bekommt nie mehr die Gelegenheit ihm zu antworten, denn es kommt zu einem tödlichen Unfall, über den Andrew nie hinwegkommt. Aber auch sie nicht. Ihre Seele verweilt in der Zwischenwelt, körper-, schwere- und rastlos. Bis sie ihn bzw. seine Blutspur wieder findet.

Die Autorin, 1969 geboren, ist bereits für einige ihrer Kurzgeschichten ausgezeichnet worden, „Alle Tage, alle Nächte“ sollte zunächst ebenfalls eine solche werden, wurde dann aber doch zum Roman ausgebaut. Glücklicherweise. Ein Besuch ihrer Website lohnt sich vor allem nach der Lektüre des Buches, denn es sind dort Textpassagen zu finden, die ihren Weg nicht zwischen die Buchdeckel gefunden haben und damit noch mal eine ganz besondere Ergänzung darstellen.

„Alle Tage, alle Nächte“ wurde aus dem Englischen von Miriam Mandelkow und Susanne Höbel übersetzt. Nicht besonders gelungen ist dabei die Übersetzung des Titels, denn der Originaltitel „The mercy of thin air“ trifft es deutlich besser.
5.0 Stars (5,0 / 5)

Daniel Bielenstein: Das richtige Leben

Karl Ho Bob Krämer wurde 1967 mitten in einer Demo auf einem Ho-Chi-Minh-Plakat geboren. Ebenso seine Zwillingsschwester Janis. Dieses Ereignis, von der Umgebung zunächst als Happening verstanden, ist der perfekte Anfang für das Leben eines Menschen, der von liebenswerten Chaoten umgeben in WGs aufwächst, dessen Mutter regelmäßig nach Poona zieht und dessen Vater mit allen seinen Studentinnen schläft. Ho versucht anders zu sein, spießig, aber es gelingt ihm nicht. Und spätestens als seine Freundin Celia schwanger wird, lichtet sich sein persönlicher Nebel.

„Celias Lieblingsphilosoph heißt Sören Kierkegaard, ein alter dänischer Dandy, der sein Leben auf Partys zugebracht hat, obwohl er eigentlich ein todtrauriger Mensch war. Dieser Kierkegaard hat gemeint, dass das menschliche Grundproblem darin besteht, dass man das Leben nur rückwärts verstehen könne, aber dass man es vorwärts leben müsse. Mir kommt diese Meinung ziemlich optimistisch vor, weil ich überhaupt nichts verstehe, weder vorwärts noch rückwärts….“

Ho ist Chef einer kleinen Designagentur, seine Mitarbeiter machen, was sie wollen, seine Eltern sind nach wie vor so durchgeknallt wie in den Siebzigern, nur anders, seine Schwester weiß genau so wenig was sie will wie er selbst. Nachdenken will er. Darüber grübeln, ob das Wohnen in Kommunen bei ihm zu Bindungsunfähigkeit geführt hat, ob all die Joints, die seine Eltern geraucht haben, vielleicht sein und nicht ihr Hirn vernebelten, warum er seine Großeltern mit ihrem geregelten Leben so bewundernswert fand und wie man sich eigentlich im Jahr 2004 zurechtfinden soll. „Ich horche in mich selbst hinein, und zwar ungefähr so, wie die Leute vom Seti-Programm ins Weltall hineinhorchen, immer in der Hoffnung, dabei auf so etwas wie Intelligenz zu stoßen.“ Bei Schwierigkeiten macht er sich vom Acker und eine ungewollte Schwangerschaft könnte man ja durchaus als Schwierigkeit bezeichnen….

Ein Tag und das Buch ist durch. Mit einem dauerhaften Grinsen im Gesicht kann man sich komplett in Karl Ho Bob Krämers Leben hineinfallen lassen. Daniel Bielenstein, selbst Jahrgang 1967, versorgt den Leser mit einer Familiengeschichte, die, obwohl sie kein Klischee auslässt, trotzdem genau so gewesen sein könnte. Mit „revolutionärem Augenzwinkern“ nimmt er den Protagonisten und seinen verqueren Anhang auf die Schippe, wortgewandt und wortwitzig sorgt er für äußerst kurzweiliges Lesefutter. Schön.
4.4 Stars (4,4 / 5)

Yasmin Crowther: Die Farbe von Safran

Sara ist halb Iranerin, halb Engländerin, in Großbritannien aufgewachsen und glücklich mit einem der dortigen Inselbewohner verheiratet. Sie ist schwanger. Und verliert durch die Schuld ihrer Mutter ihr Baby.

Besagte Mutter Namens Maryam Mazar wurde als junges Mädchen unschuldig aus dem iranischen Familienclan vertrieben. Lernte in England ihren Mann kennen, gründete eine Familie und versuchte zu vergessen. Gelungen ist ihr das nie. Die alten Traditionen und die Sehnsucht nach ihrer Heimat waren so in ihr verankert, dass es immer wieder zu depressiven Phasen kam unter denen ihre Familie sehr gelitten hat.

Nachdem Sara das Baby verloren hat und aus Kummer den Kontakt zu ihrer Mutter abbricht, beschließt diese voller Schuldgefühle, alles zurückzulassen und in den Iran zurückzukehren. Um dort die Vergangenheit aufzuarbeiten. Sara folgt ihr. Und erst jetzt wird ihr klar, was damals wirklich geschehen ist und wie zerissen ihre Mutter zwischen islamischer Tradition und christlichem Denken wirklich ist.

Dieses Buch über Kränkung und Vergebung saugt einen ab der ersten Seite auf. Farben, Gerüche, Stimmungen sind so anschaulich beschrieben, dass man das Gefühl hat, alles selbst wahrzunehmen. Die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, die Probleme einer binationalen Ehe, die interkulturellen Unterschiede machen dieses Buch aus. Die Autorin wechselt zwischen der Sicht aus Saras Position immer wieder zu einem neutralen Erzählton, der die Hintergründe und das Geschehen in dem kleinen iranischen Dorf beleuchtet. Damals und heute.
4.4 Stars (4,4 / 5)

Sylvia Heinlein: Sonnige Weihnachten, Matz!

Die Eltern von Matz wollen Weihnachten mal anders feiern. In Florida bei seiner Tante. Bei strahlendem Sonnenschein und unter Zitronenbäumen. Das findet Matz so richtig bescheuert.

Er will Schnee, echten Schnee, er will einen Tannenbaum, der nicht aus Plastik ist und er will einen Weihnachtsmann. Matz ist sauer, aber er gibt nicht auf. Und tatsächlich gelingt es ihm, Weihnachten so richtig weihnachtlich werden zu lassen. Bis dahin allerdings macht die ganze Familie einiges mit, da drüben in Amerika.

Dieses Buch ist das Optimale für einen Kuschelnachmittag am Kamin. Man kann es beim (Vor-) Lesen gar nicht erwarten herauszufinden, was Matz als Nächstes vorhat auf seinem Weg hin zu einem richtig deutschen Weihnachtsfest.
3.4 Stars (3,4 / 5)

Marie Fenske: Kontiki & Casablanca – das Schaf im Storchennest

Was, wenn man irgendwo zuhause ist und doch nicht richtig dorthin hingehört? Was, wenn alle anderen sich ähnlich sind, man selbst aber ganz anders ist? Und man einfach nicht versteht, warum. So geht es Casablanca, einem kleinen Lamm, das von Storcheneltern aufgezogen wird.

Eine Schafsfrau bekommt Zwillinge und eines davon kullert ihr des nächtens davon. Und wird von Vater Adebar gefunden. Er hält das weiße runde Knäuel für ein aus dem Nest gefallenes Junges und bringt es seiner Frau, die das Lamm auch sofort unter ihre Fittiche nimmt. Sie nennt es Casablanca. Die Storchendame vermutet nämlich, in Afrika etwas Falsches gegessen zu haben – denn dieses Kind ist so anders. Die Eltern sind verunsichert und sie rufen den Storchenrat an. Nach langen Beratungen kommt es zu folgender Entscheidung:

„Dieses Kind ist anders als wir und deshalb ist es wichtig. Es soll das Futter bekommen, das es gerne hat. Wir wollen versuchen, seine Sprache zu verstehen. Dann lernt es sicher auch unsere. Und bestimmt wird eine besondere Persönlichkeit aus ihm – es sieht ganz danach aus.“

Doch spätestens als die anderen Storchenkinder flügge werden, merkt Casablanca, dass er nicht glücklich ist. Kontiki, ein Kobold, wird ihm ein guter Freund und er hilft ihm, seinen Platz im Leben zu finden.

Dieses Kinderbuch ist einfach rundweg wunderschön. Die Geschichte vom Findelkind, vom Kind, das anders ist, ist einfühlsam erzählt und sprachlich äußerst ansprechend umgesetzt. Die Bilder dazu stammen von der Autorin selbst und sind so weich gezeichnet, dass man sie stundenlang betrachten könnte. Ein I-Tüpfelchen ist die von Meike Range hinzugefügte Landkarte, die zeigt, wo genau die Geschichte gerade spielt….

Maria Fenske lebt heute in der Nähe von Düsseldorf. Sie „malt, seit sie 1954 geboren wurde, und Geschichten erzählt sie, seit sie sprechen kann.“ (Aussage ihrer Mutter). Ihr liegen nach eigener Aussage vor allem die Kinder am Herzen, die aus dem Nest gefallen sind, die kein Nest mehr haben oder zu weit davon entfernt sind.

„Kontiki & Casablanca“ eignet sich übrigens auch sehr gut als Gesprächsgrundlage für Themen wie Adoption oder auch Behinderung.
4.7 Stars (4,7 / 5)

Emily Rodda: Elfenzauber – das goldene Armband

Lena ist die Enkelin eines ganz besonderen Paares. Ihre Großmutter, Magdalena, ist eigentlich eine Elfenkönigin und ihr Großvater der einzige Mensch, der den Zugang zur Elfenwelt gefunden hat, sich verliebte und die Elfin mit sich nahm. Doch das weiß Lena gar nicht. Sie weiß nur, dass ihr Großvater vor seinem Tod wunderschöne Bilder malte mit kleinen, feinen Wesen darauf und dass ihre Großmutter immer ein Armband bei sich trug, das sie an etwas Wichtiges erinnern sollte.

Doch die Großmutter stürzte über eine Katze und die klaute ihr das Armband. Und seitdem geht alles drunter und drüber. Lena kommt hinter das Geheimnis der Elfenwelt, sie erfährt, dass es unbedingt notwendig ist, dass ihre Großmutter genau jetzt mit ihr für kurze Zeit dorthin zurückgeht und sie versucht alles, um den Frieden in der Welt ihrer Vorfahren zu erhalten und sie gegen die bösen Trolle und Kobolde von jenseits der Hecke zu verteidigen.

Es ist eine schöne Geschichte über Wesen, die es vielleicht doch gibt, über Zugehörigkeitsgefühl und Loyalität. Gesprochen wird das Hörbuch von Claudia Jahn, die das Thema allerdings manchmal einen Tick zu herb angeht.

Die 1948 geborene Emily Rodda gilt als die erfolgreichste Autorin Australien. Sie gewann inzwischen bereits fünfmal den Preis „Book of the year“. Und damit ist sie die Einzige, der so etwas bis jetzt gelungen ist.
4.0 Stars (4,0 / 5)

Christa Wißkirchen/Bernhard Oberdieck: Als das Christkind auf die Erde kam

Bei Coppenrath ist ein Buch erschienen, das bereits von außen so richtig festlich aussieht. In roten Samt gebunden und mit goldener Glitzerschrift trägt es den Titel „Als das Christkind auf die Erde kam“. Wer bei dieser Lektüre noch keine Lust auf Weihnachten hat, dem ist diesbezüglich wahrscheinlich nicht mehr zu helfen.

Das Christkind macht sich große Sorgen. Haben die Menschen es vielleicht völlig vergessen über der ganzen Völlerei und den Einkaufsorgien? Es will persönlich nachsehen und nimmt sich lediglich ein Lehrlingsengelchen mit. Unten auf der Erde ist das Christkind zufrieden, es gibt Krippenspiele und Plätzchenduft, es gibt Wünsche, die man nicht kaufen kann und es gibt Menschen, die sich viel Mühe damit machen, jemandem eine Freude zu bereiten. Die Engel können also beruhigt sein.

Dieses Kinderbuch hat einen etwas altmodischen Charakter. Aber genau das macht seinen Charme aus. Es ist in Reimen geschrieben und mit Bildern versehen, die man genau so in den Bilderbüchern unserer eigenen Großmütter finden konnte. Und exakt das macht das Buch so reizvoll – es hat was von Tradition und ist feierlich, wie es sich für ein Christkind gehört.
3.2 Stars (3,2 / 5)